Was ist Webdesign?
Der Begriff Webdesign ist leider ziemlich unscharf und nicht unbedingt glücklich - für die Gestaltung und Umsetzung einer erfolgreichen Website benötigt es mehr als Design.
Analogie Webdesign-Architektur: Kombination aus
Ästhetik, Funktionalität, Klarheit, Raumaufteilung,
Benutzerfreundlichkeit, Struktur, Budgetvorgaben...
Das Design im Sinn von Aussehen ist zwar wichtig und fällt zuerst ins Auge, aber ist bei weitem nicht die einzige Anforderung.
Der englische Begriff Web Site Design trifft es etwas besser: Hierin steckt mit Site zumindest auch, dass es um eine Struktur, um ein Ganzes geht. Site umfasst nach der Defintion in leo.org z.B. die Begriffe Bauplatz, Schauplatz, Gelände - eine "Site" ist also mehr als eine Seite oder ein Schaufenster. Und Web ist als Einzelbegriff im englischen auch schöner vieldeutig mit Bedeutungen wie Gewebe, Matrix, Netz oder auch Papierrolle(!).
Gutes Webdesign - mehr als der hübsche
Anstrich einer Fassade
Es gibt verschiedene Ansätze, um Webdesign (oder den Webdesign-Prozess) zu definieren. Am ehesten gefällt mir die Analogie zur Architektur (hier wären wir wieder beim Bauplatz): Informations-Architektur oder auf gut englisch Information Architecture.
Schließlich gestaltet man ein tatsächliches "begehbares" Objekt mit eigenem Look&Feel, das aus "Eingangshalle", aus verschiedenen "Zimmern", "Etagen" und "Fluren" mit unterschiedlichen Funktionen bestehen kann. Beim Shop liegt die Analogie zum Warenhaus besonders nahe.
Wie in der Architektur geht es im Webdesign (oder Web Design) um Erfordernisse wie
- Ästhetik, visuelle Gestaltung/Identität
- zielgruppengerechte Konzeption
- gute Orientierung
- sinnvolle Aufteilung von Raum
- benutzerfreundliche Gestaltung und Bedienbarkeit
(z.B. von Hinweisgrafiken) - bequeme Erreichbarkeit wichtiger Funktionen / Inhalte
- Statik / Technik / Zuverlässigkeit
Ein englischer Vortragstitel von Louis Rosenfeld für eine Konferenz in Chicago (DUX 2007) bringt die für mich beste Kurzbeschreibung des Begriffs Webdesign:
Designing for User Experience
Mit der Ergänzung, dass natürlich auch die "experience" des Website-Betreibers positiv sein muss.
Louis Rosenfeld (Homepage/Blog) hat schon zusammen mit Peter Morville den Klassiker über Info-Architektur für das WWW geschrieben: Information Architecture for the World Wide Web. Die erste Ausgabe erschien übrigens schon 1998.
Der deutsche Autor Jens Meiert hat in seinem Artikel "10 Schritte zur hochwertigen Website" immerhin als Punkt 3 die "Informationsarchitektur" vor Punkt 4 (Design) gesetzt. Er schreibt:
Nachdem die Planung abgeschlossen ist, geht es noch nicht gleich mit Design und Umsetzung los: Erstellen, testen, verifizieren, überdenken Sie die Struktur und Architektur Ihres Angebots.... Achten Sie frühzeitig auf Lokalisierung und Internationalisierung. Dann dokumentieren Sie die erarbeitete Struktur und validieren diese – über Tests, wenn es an das Design geht.
Gutes Webdesign ist also mehr als der hübsche Anstrich einer Fassade.
Als Webdesigner haben wir die Aufgabe, ein ganzes Gebäude inklusive Innenaustattung so zu planen, dass es für Besucher, Bewohner und Eigentümer Raum zum Austausch, Arbeiten, Verhandeln und Leben bietet und zur Wertschöpfung wird.
Gern beantworten wir Ihre Anfrage für eine erfolgreiche Website.



