KI-Suchprozesse verändern die Art, wie Menschen Entscheidungen treffen. Statt lang zu überlegen oder durch gezielte Suchbegriffe über Google nach Antworten zu suchen, fragen wir heute einfach ChatGPT – in natürlicher Sprache.
2,5 Mrd. Suchanfragen werden heute schon täglich über ChatGPT getätigt – Tendenz steigend. Zum Vergleich: Über Google finden aktuell jeden Tag 8,5 Mrd. Suchprozesse statt.
Aber auch bei Google ist die Richtung eindeutig: Wir suchen viel mehr in natürlich formulierten Fragen als in isolierten Keywords. Und bei den Suchergebnissen lesen wir zuallererst die als flüssiger Text zusammengefasste KI-Übersicht – und klicken uns erst danach (falls überhaupt noch nötig für unser Anliegen) durch die darunter aufgelisteten Websites.
Ein Gastbeitrag von Katrin Kaiser.
Zugängliche Inhalte gefragt
Wir wollen Inhalte (zur Information und Inspiration) grundsätzlich in kommoder und zugänglicher Form. Sprachsuche, Chatbots, Social Search und personalisierte Feeds sind unsere ständigen Begleiter. Wir informieren uns überall und lassen uns überall inspirieren. Auf Instagram. Auf LinkedIn. Auf YouTube. In Podcasts. Auf Spotify. Und mit Hilfe KI-Tools wie ChatGPT.
Das heißt in der Folge, dass du, um als Unternehmen sichtbar zu bleiben, mehr brauchst als eine auf Google-Suche hin optimierte Website. Du brauchst Präsenz auf verschiedenen Plattformen. Mit einzigartigen, für deine Zielgruppe relevanten Inhalten.
Search Everywhere Optimization (SEO 2.0)
Search Everywhere Optimization ist das Gebot der Stunde. Das heißt: Du optimierst nicht mehr nur für eine Suchmaschine. Du erstellst und optimierst deinen Content für alle Plattformen, wo Menschen sich aufhalten und nach Problemlösungen, Information, Inspiration und Unterhaltung suchen.
Neben deiner Website und der Suchmaschinen-Optimierung für Google wird also deine Präsenz auf YouTube, LinkedIn, Instagram, TikTok, Pinterest oder Spotify und die Optimierung deiner Inhalte für diese Plattformen immer wichtiger. Für den Start empfehle ich, dass du dich neben deiner Website für einen oder zwei dieser Kanäle entscheidest. Und diese regelmäßig (die Frequenz variiert je nach Plattform) mit wertvollen Inhalten bestückst.
Auf diese Weise erreicht dein Content Menschen,
- die sich sowieso schon auf der Plattform aufhalten
- die über Google, ChatGPT und Co nach Fragestellungen suchen, auf die du Antworten lieferst
Auch Google und ChatGPT greifen schon lange nicht mehr nur auf klassische Webseiten zu, sondern auch auf Social Media- und Service-Apps.
Entscheidend daran ist: KI-Systeme analysieren in Sekundenschnelle nicht nur Keywords, sondern auch die Aspekte: Kontext, Relevanz, Autorität und Persönlichkeit. Und genau hier kannst und musst du jetzt besonders punkten
Denn: Wenn deine Inhalte austauschbar klingen, wirst du auch als austauschbar behandelt.
Mehr zum verändertem Such-Verhalten und neuen Content-Anforderungen findest du im 7media Content Framework fürs KI-Zeitalter.
Was bedeutet Kontext, Relevanz, Autorität und Persönlichkeit für KI Engines?
- „Klare Kontexte liefern“ heißt, in Texten eindeutig zu formulieren, worum es geht, für wen sie gedacht sind und in welchem Zusammenhang eine Aussage steht. Begriffe, Beispiele und Aussagen werden so präzise formuliert, dass KI-Engines sie leicht einordnen, verstehen und korrekt wiedergeben können. Je klarer der Kontext, desto wahrscheinlicher ist es, dass KI deine Inhalte als zitierfähige Quelle nutzt.
Also statt „Im Coaching werden deine Themen besprochen und Lösungen entwickelt.“ lieber „Eine Coaching-Sitzung für Business-Starterinnen dauert bei mir 90 Minuten. In dieser Zeit klären wir deine Ziele und welche drei konkreten Schritte du jetzt sofort gehen kannst.”
- „Relevanz von Content“ erreichst du mit Inhalten, die auf die brennenden Fragen, Probleme und Interessen deiner Zielgruppe antworten. Diese Inhalte sind thematisch klar, aktuell und liefern ganz konkrete und hilfreiche Information. Je besser ein Inhalt zu einer Suchanfrage oder Fragestellung passt, desto eher wird er von Google und KI-Engines als Quelle ausgewählt.
Statt “Ich rate jedem Coach, sich auf Social Media zu zeigen” lieber „Wenn du als Coach über Instagram und LinkedIn Kunden gewinnen willst, brauchst du drei Arten von Posts: Erfahrungsberichte aus deiner Praxis, konkrete Tipps für deine Zielgruppe und Einblicke in deinen Coaching-Prozess.“
- „Autorität aufbauen“ bedeutet, sich konsequent als vertrauenswürdige Expertin für ein klar abgegrenztes Thema zu positionieren. Das gelingt durch fundierte Inhalte, nachvollziehbare Argumente, eine klare fachliche Linie sowie eigene Erfahrungen und Social Proof in Form von Kundenstimmen. Je klarer und stärker deine Expertise erkennbar ist, desto eher stufen KI-Engines deine Inhalte als glaubwürdige Quelle ein und greifen beim Zitieren darauf zurück.
Statt nur “Ich empfehle, dein Angebot immer klar zu formulieren” lieber „Als Unternehmensberater habe ich in den letzten 10 Jahren über 80 Dienstleistungsbetriebe beim Aufbau ihrer Angebotsstruktur begleitet. Ein klar definiertes Kernangebot erhöht die Abschlussquote fast immer.“
- „Persönlichkeit zeigen“ bedeutet, dass du in deinen Inhalten klar erkennbar als Mensch mit eigener Meinung, Erfahrung und Haltung auftrittst. Statt austauschbarer Standardtexte zeigst du Perspektiven, Beispiele, eigene Geschichten und Erfolge – und deine unverwechselbare Stimme. Genau das hilft Google und KI-Engines, dich als echte Quelle mit Expertise und Wiedererkennungswert einzuordnen.
Statt „Meine Beratung kann Paaren helfen, ihre Kommunikation zu verbessern und Konflikte zu lösen.” lieber „In meiner Praxis sehe ich oft Paare, die seit Jahren immer und immer wieder über dieselben Themen streiten. Der Schlüssel ist meiner Erfahrung nach, dass wir nicht noch mehr in das konkrete Problem einsteigen! Stattdessen gehe ich mit euch das verletzende Gefühl an, nicht gehört und nicht gesehen zu werden.“
Wie du mit Storytelling deine persönliche Geschichte strategisch für dein Business zu nutzt, erfährst du auf meiner Website.
Mehr Content. Mehr Lautstärke. Mehr Einheitsbrei?
Auf der Seite der Content Produzierenden verstärkt KI zudem das Problem der Gleichförmigkeit. Nie war es einfacher und schneller möglich, Content zu erzeugen. Ohne viel Vor- und Hintergrundwissen können wir uns von der KI in Sekundenschnelle Texte und Inhalte erstellen lassen, die auf den ersten Blick einfach nur beeindrucken.
Das Ergebnis ist eine unglaubliche Schwemme an Blogartikeln, Social Media Content und Newslettern. Und leider auch eine Schwemme an austauschbaren Inhalten. Denn: KI kann Texte erzeugen. Aber KI kann keine echte Persönlichkeit simulieren, wenn keine vorhanden ist.
Du und deine Marke – das ist die Basis, die stimmig, klar und einzigartig sein muss. Wenn das steht, dann kannst du ChatGPT und Co. wunderbar als fleißigen Assistenten nutzen. Aber eben nicht als Mastermind – das bist und bleibst du.
In dieser Authentizität und Einzigartigkeit musst du dich zeigen – auf allen Kanälen, die du bespielst.
Jedes Mal, wenn du generische Inhalte veröffentlichst (die genauso oder so ähnlich auch bei jemand anderem stehen könnten), passiert Folgendes:
- Deine Marke wird unscharf und unattraktiv.
- Deine Wiedererkennbarkeit sinkt.
- KI-Systeme erkennen keinen klaren Experten-Fokus.
Und damit verlierst du an Sichtbarkeit.
GEO belohnt Klarheit und Positionierung
GEO heißt Generative Engine Optimization. Konkret übersetzt: Sichtbar sein in ChatGPT, Perplexity, Gemini & Co. Damit deine Inhalte nicht nur nett informieren, sondern von KI-Systemen als Experten-Quelle erkannt werden.
Unter GEO-Gesichtspunkten zählt vor allem eins: Eindeutigkeit.
KI-Systeme bevorzugen:
- Klare Definitionen & Themenschwerpunkte
- Konsistente Botschaften & Perspektiven
- Persönliche Einordnung
Wie KI-Systeme lernen, dich als Quelle für ein bestimmtes Thema einzuordnen
Wenn du heute über Marketing schreibst, morgen über Musik und übermorgen über Ernährung, entsteht kein klares Profil. Wenn du hingegen immer wieder deine eigene, unverwechselbare Perspektive zu deinem Kernthema teilst, passiert Folgendes:
- Deine Inhalte vernetzen sich semantisch
- Deine Autorität steigt
- Deine Marke bekommt Kontur
- Du wirst zitierfähig
Und genau das brauchen KI-Systeme, um dich als relevante Quelle zu erkennen.
Parallel dazu wirkt zudem ein anderer Mechanismus:
Menschen sehnen sich nach echten Menschen
Je mehr KI-Content auftaucht, desto stärker wächst bei den Menschen die Sehnsucht nach Authentizität.
Menschen wollen:
- Ecken und Kanten
- Menschliche Schwächen
- Persönliche Erfahrungen & Anekdoten
- Geschichten
- Meinungen, Werte & Haltung
Wer hinter dem Fachwissen steht, ist ähnlich wichtig wie das Wissen selbst.
Wenn jemand deine Website besucht oder dir auf Social Media begegnet, entscheidet sich innerhalb von Sekunden:
- Ist mir das sympathisch?
- Fühle ich mich hier verstanden?
- Kann ich der Person vertrauen?
Und Menschen entscheiden hier rein emotional. Der Gegencheck auf Verstandesebene findet erst danach statt.
Authentizität ist also kein „nice to have“. Erst indem du dich echt und unpoliert zeigst, ebnest du den Weg für deine sachlichen und fachlichen Verkaufsargumente. Authentizität ist dein Wettbewerbsvorteil schlechthin.
Warum Austauschbarkeit dein größtes Risiko ist
Im digitalen Raum konkurrierst du nicht nur mit direkten Mitbewerbern. Du konkurrierst mit:
- automatisiertem Content
- internationalen Anbietern
- Micro-Content auf Social Media
- KI-generierten Antworten
Wenn deine Website und deine Präsenz auf Social Media keine Persönlichkeit transportiert, wird sie zu einer weiteren Informationsquelle unter vielen.
Informationsquellen sind ersetzbar. Markenpersönlichkeiten nicht.
4 Tipps, wie du unter GEO-Gesichtspunkten einzigartig wirst
Damit du nicht in die Austauschbarkeitsfalle tappst, empfehle ich dir Folgendes:
1. Entwickle eine erkennbare Perspektive
Stelle dir bei jedem Inhalt die Frage: Was ist meine Sicht darauf?
Nicht: Was sagen alle? Sondern: Was sage ich? Das macht dich zitierfähig – auch für KI-Systeme.
2. Wähle klare Kernthemen
Search Everywhere Optimization funktioniert nur mit Fokus. Definiere 2 bis 4 Hauptthemen. Baue darum dein Content-Ökosystem auf. Zum Beispiel in Blogartikeln und Newslettern, LinkedIn- und Instagram-Posts, Videos auf YouTube, Instagram und TikTok und Podcast-Gastauftritten. Wiederholung ist hier kein Fehler. Sie ist Strategie.
3. Zeige dich als Person
Menschen folgen Menschen. Zeig dich als Unternehmerpersönlichkeit mit Fotos, mit persönlichen Storys und mit für dich selbst entscheidenden Learnings. Dabei geht es nicht um Seelenstriptease oder intime Details. Sei persönlich, aber nicht privat. Entscheide bewusst, was du von dir zeigst, aber zeig dich!
Gerade auf Plattformen wie LinkedIn oder Instagram funktioniert fachliche Kompetenz viel besser, wenn sie mit Persönlichkeit kombiniert wird.Lass im Zweifelsfall die KI Fakten liefern. Und erzähl du deine Geschichte dazu.
4. Kommuniziere dialogorientiert
Im Zeitalter von KI ist Interaktion das A und O in jeder Kommunikation.
Stelle also Fragen, reagiere auf Kommentare und führe Diskussionen.
Echte Kommunikation sendet folgende Signale:
- Relevanz
- Aktivität
- Community-Bindung
Auch das wirkt sich indirekt auf deine digitale Sichtbarkeit aus.
Fazit: Optimiere deine Markenstimme!
Bei der Produktion von Content ist KI ist gerade auf Hochtouren dabei, menschliche Denkarbeit zu ersetzen. Allerdings nur dort, wo es um Mittelmäßiges und Generisches geht.
Was KI nicht ersetzt, ist Haltung, Charakter, echte Persönlichkeit und authentische Perspektiven. Wenn du das alles nicht als “nice to have” sondern als unabdingbar in deine Content-Produktion einfließen lässt, dann hast du einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Einerseits tragen Klarheit, persönliche Perspektiven und konsistente Aussagen dazu bei, dass du in KI-Suchprozessen immer öfter als Experten-Quelle erkannt wirst. Hochwertige Inhalte auf verschiedenen Plattformen (z.B. Website UND Social Media) verstärken den Effekt.
Auf der anderen Seite wächst auch bei den Menschen (also auch bei deinen potentiellen Kundinnen und Kunden) die Sehnsucht nach Authentizität. Je “technischer” unsere Welt wird, desto mehr wünschen wir uns den Kontakt zu echten Menschen.
Also: Optimiere nicht nur deine Keywords!
Optimiere deine Klarheit. Deine Markenstimme. Und vor allem Deine Einzigartigkeit.
Denn im Zeitalter von KI und Search Everywhere Optimization gewinnt nicht das Lauteste.
Sondern das Authentischste.





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