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Der Google Keyword Planner (deutsch: … Planer) funktioniert inzwischen anders, als man es gewohnt war und als man es intuitiv erwartet. Wer über das kostenlose Google Keyword Tool Suchvolumina für seine Adwords-Anzeigen oder zu SEO-Zwecken zu genau passenden / exakten Keywords finden will,  findet das seit einigen Monaten leider nicht mehr über die Funktion „Neue Keywords finden und Daten zum Suchvolumen abrufen“.

Detailliertere Ergebnisse gibt es seitdem nur für zahlende User mit Google-Adwords-Ausgaben über 50€/Monat (Quelle/August 2016). Selbst ein Video zum Google Keyword Planner aus Neil Patels „Quicksprout University“ hilft Menschen ohne aktuelles Adwords-Budget nicht weiter. Aber es gibt Abhilfe!

Über „Budget planen und Prognosen abrufen“ zum Suchvolumen

Auf der Suche nach genauen Suchvolumina im Keyword Planer bin ich auf den amerikanischen YouTube-Kanal MarketBold gestossen. Ein Video vom Mai 2017 hat den Titel „How To Find Exact Match In Google Keyword Planner [2017]“ und erklärt, wie man die Suchvolumina zu „genau passenden“ Keywords trotz der Änderungen im Tool noch erhält:

Der springende Punkt ist der, dass über die Funktion „Budget planen und Prognosen abrufen“ noch die Auswahl „Genau passend“ / „Exact Match“ für einzelne oder alle Keywords getroffen werden kann.

Keyword Planer - Auswahl der Methode

Im Gegensatz zur Vorgehensweise über „Neue Keywords finden und Daten zum Suchvolumen abrufen“ kann die Anzahl der voraussichtlichen Impressions nicht nur in Gruppen zusammengefasst, sondern tatsächlich je Begriff/Phrase „fast genau“ ausgegeben werden.

Keyword-Optionen im Google Keyword Planer

Dies ermöglicht eine bessere Aussage über die Suchbegriffe, auf die man bietet bzw. für die man eine Seite optimiert.

Exact Match Änderungen seit Mitte 2016 bzw. März 2017:

„Genau passend“ / „Exact Match“ schloss schon seit einiger Zeit etwa Plural/Singularversionen ein, abgeleitete Wortversionen, Formulierungen ergänzt mit Kurzworten wie in, an, für, bei… „Exact Match“ ist damit eher als „Close Match“ zu verstehen.

Für englischsprachige Suchen werden seit März 2017  übrigens auch Wort-Variationen als Exact Match bewertet – wie in dem Beispiel: “running shoes” / “shoes for running”. Das scheint für deutsche Suchen noch nicht zu gelten.

Macht Sinn: „Hotel München“ ist gleich „Hotel in München“

Dass „Exact Match“ eher als „Close Match“ (Fast genau passend…) zu verstehen ist, macht in vielen Fällen Sinn und erleichtert die Anzeigenerstellung, Keywordauswahl und OnPage-Optimierung: „Hotel München“ ist gleich „Hotel in München“, „Apotheke Breitscheidplatz“ ist gleich „Apotheke am Breitscheidplatz“.

„Genau passend“ im Google Keyword Planer wird zu „So ähnlich gemeint“

Wer mehr zum vorgeblichen „Ende von Exact Match“ wissen will, auch im Hinblick auf die Auswirkungen auf seine Adwords-Kampagnen, kann diesen Artikel von SearchEngineWatch lesen, aus dem auch obige Formulierung stammt.

Für mich jedenfalls sind zur Planung und Budgetierung von Anzeigen, genauso wie für die klassische OnPage-SEO, „fast genaue“ Suchvolumina trotz aller Semantik und KI bei Google noch immer eine wichtige Entscheidungsgrundlage und Hilfe im Prozess der Keyword- und Content-Strategie.

Alternativen zum Google Keyword Tool und Vergleichsdaten

Ich habe übrigens die „genau passenden“ Suchvolumina aus dem Google Keyword Planer auch mit alternativen Tools zur Keywordrecherche verglichen, insbesondere mit dem KWFinder der slowakischen Softwareschmiede Mangools.

Keywordrecherche im KWFinder

Im Großen und Ganzen waren die Werte Suchvolumina und CPC vergleichbar, auch wenn im KWFinder Österreich und die Schweiz nicht auswählbar sind, die Sprachauswahl „German“ allein nicht funktioniert und es in Einzelfällen doch größere Abweichungen gab. Da KWFinder Werte von Google verwendet, ist dieses Ergebnis nicht überraschend.

Fazit

Der Google Keyword Planner gibt durchaus Genau passende / Exact Match Schätzungen für das Suchvolumen aus, wenn man Exact Match als „fast genau passend“ versteht. SearchEngineWatch nennt das „changing exact match into semantic match“. Es geht darum, das Suchinteresse („intent“ ) zu erkennen und nicht am Keyword selbst zu „kleben“.